Blindenschrift

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Die Blindenschrift ist eine Sonderform der Schrift und kann von Blinden gelesen werden.

Allgemeines

Es gibt verschiedene Schriftsysteme für Blinde. Grundsätzlich kann man zwei Hauptrichtungen der Blindenschrift unterscheiden:

  • Reliefschriften, bei denen die normalen (lateinischen) Buchstaben oder vereinfachte grafische Muster ertastbar sind, und
  • Punktschriften, bei denen Buchstaben in einem Punkte-Raster nachgebildet oder in einen Code übersetzt werden.

Ein Beispiel für die Reliefschriften ist z. B. das Moonalphabet bekannt. Viele Schriftsysteme haben den Nachteil, dass sie von Sehenden für Blinde entwickelt wurden. Doch die wichtigste Blindenschrift heute ist die Brailleschrift, ein Beispiel für die Punktschriften. Man liest sie, indem man geprägte Punkte mit den Fingerspitzen, wo der menschliche Tastsinn gut entwickelt ist, verfolgt. Gelesen wird die Schrift von links nach rechts und von Zeile zu Zeile. So können geübte Menschen etwa 150 Wörter pro Minute lesen. Die Brailleschrift hat sich weltweit verbreitet.

Bei so genannten Punktschriften treten fühlbare Punkte aus dem zu ertastenden Material hervor. Meist meint wird der Begriff "Punktschrift" identisch mit Brailleschrift benutzt. Während sie mit ihren sechs Punkten die verbreitetste Blindenschrift ist, gibt es aber noch viele andere Punktschriften, etwa das 8-Punkte-System der Computer-Braille oder die Blindenstenographie (mit sieben oder acht Punkten). Alle diese Punktschriften werden heute mit Spezialdruckern gedruckt.

Um Text in Blindenschrift darstellen zu können, braucht man mehr Platz als bei Verwendung der Schrift für Sehende und ein dickeres Papier.

Wenn Blinde die Schrift der Sehenden bezeichnen wollen, sprechen sie oft von "Schwarzschrift".

Geschichte

1791 kommt der Entzifferer von Handschriften Valentin Haüy (1745-1822) auf die Idee, Zeichen als Reliefs umzusetzen, damit sie Blinde mit den Fingern ertasten und so lesen können. Er entwickelt eine Reliefdruckkunst und eröffnet eine Blindenschule. Doch sein Reliefbuchstabensystem ist noch nicht so ausgefeilt, dass es nicht zu Irrtümern und Verwirrungen führt.

Das behebt Louis Braille (1809-1852). Er wird mit zehn Jahren Schüler von Haüy, weil er wegen eines Unfalls schon mit vier Jahren blind wurde. Braille hört von der Erfindung der Sonographie. Mit ihr überträgt der Kapitän Barbier Klänge in Punkte. Das regt Braille zu einem System von 63 geprägten Punktkombinationen an, mit denen er das ganze Alphabet sowie Noten und mathematische Symbole darstellen kann. Erhalten von ihm ist z. B. noch das Werk "Musikalische Leseübung, um blinden Kindern die Form der geläufigen musikalischen Symbole beizubringen". Darin sind Noten in ihrer natürlichen Form geprägt. Braille erfand "seine" Blindenschrift um 1825.

Details

Blinde mit gutem Training lesen mit ihren Fingern bis zu 150 Wörtern pro Minute. Sie sehen das Geschriebene mit ihren Fingern.

Anders als bei Gebärdensprachen wird durch eine Blindenschrift das Alphabet ersetzt - allerdings auf sehr originelle Weise, denn das Blindenalphabet baut sich aus einem Zeichen auf, dem Punkt.

Obwohl heute viele Bücher auch als Audiodateien für Blinde vorliegen, bevorzugen doch viele das Lesen.

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