Klee

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Der Klee bzw. das Kleeblatt galt seit urdenklichen Zeiten in vielen Kulturen als Symbol. So kannten schon die alten Perser Klee als Symbol. Von den Druiden der Kelten wurde er als Zauberpflanze benutzt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Der Klee ist ein Schmetterlingsblütler (Faboideae), die zu den Hülsenfrüchtlern (Fabaceae) gehören. Zur Pflanzengattung Klee (Trifolium) gehören mehr als 240 Arten. Klee hat kopfige Blütenstände und ist drei-, vier-, fünf- oder sogar mehrblättrig. Klee wächst auf allen Kontinenten, in der Landwirtschaft werden verschiedene Arten als Futterpflanzen verwendet, weshalb er auch ökonomische Bedeutung hat. Weil er mit Knöllchenbakterien (Rhizobiaceae) in Symbiose leben kann, kann er an den Wurzeln Luftstickstoff binden und so die Bodenfruchtbarkeit verbessern.

Charakteristische Merkmale der Gattung sind dreifiedrige Blätter und vielblütige, kopfige Blütenstände. Klee ist auf allen Kontinenten, mit Ausnahme Australiens und Antarktikas, natürlich verbreitet. In Australien wurden verschiedene Kleearten durch den Menschen eingeführt.

Bedeutungen

Klee wächst sehr kräftig. Deshalb gilt er zunächst einmal als Sinnbild der Lebenskraft. Er symbolisiert den Sommer, ja auch die Liebe und das Glück.

Religiöse Deutungen

In der Spätantike symbolisierte der Klee den Persern ihre Göttertrias Mithra (Mihr), Ahuramazda (Ohrmazd) und Anahita (Anahid).

Im vorchristlichen Europa sahen die keltischen Druiden im Klee eine Symbol- und Zauberpflanze, die sie als heilig verehrten.

Im christlichen Kulturkreis galt der Klee schon früh als Symbol für die Dreifaltigkeit Gottes. Sankt Patrick hat angeblich den Bewohnern Irlands das Geheimnis der Dreifaltigkeit an Hand eines dreiblätterigen Kleeblatts erklärt. Noch heute ist der Klee ("shamrock", zuerst erwähnt in einem Manuskript von 1517, wo von "sheamair" bzw. "sheamrach" die Rede ist) das irische Emblem und Attribut des Heiligen. Über Irland soll das dreiblätterige Kleeblatt im gesamten Christentum zum Dreifaltigkeitssymbol geworden sein. Möglicherweise ist das aber eine Fehldeutung einer alten Darstellung des Heiligen, auf der er einen kleeblattartigen Kreuzstab in den Rachen einer Schlange stößt (zum Kleeblattkreuz siehe unter Kreuz). Manchmal begegnet das Kleeblattmotiv auf Krippenbildern und Miniaturen als Dreifaltigkeitssymbol.

Für Christen kann der vierblättrige Klee aber auch das Kreuz oder die vier Evangelien bedeuten.

In früheren Zeiten wurden im christlichen Europa oft Gräber mit Klee bepflanzt, womit man zum Ausdruck brachte, dass der Verstorbene an der Dreifaltigkeit Gottes teilnehmen, also auferstehen wird. Wahrscheinlich ist das Kleeblatt deshalb auch zu einem Abschiedssymbol geworden, manchmal mit Rosen verbunden, einem Liebessymbol, oder mit Veilchen, die aufgrund ihrer violetten Farbe Buße zum Ausdruck bringen sollen.

Aufgrund der heilenden Wirkung mancher Kleearten sahen mittelalterliche Christen im Klee auch ein Symbol für die Muttergottes Maria.

Im Volksglauben der Europäer gilt der Klee auch heute noch als Symbol für Glück ("Glücksklee"), allerdings muss er dann vier Blätter haben. Klee mit fünf Blättern gilt als Symbol für Eheglück, während mehrblättriger Klee wiederum als unheilverheißend gilt.

Als Glückssymbol

Vierblättrigen Klee findet man selten. Darauf soll die Deutung des Klees als Glückssymbol zurückgehen. Man muss eben Glück haben, um einen vierblättrigen Klee zu finden. Allerdings glauben Symbolforscher, dass diese Bedeutung eher darauf zurückgeht, dass die Pflanze sehr vital und kräftig wächst und sie so zum Inbegriff des Lebenskräftigen, das Glücks wurde. Um zu erklären, warum das vierblättrige Kleeblatt Glück verheißt, greift eine Legende auf die Zeit der Vertreibung der ersten Menschen aus dem Paradies zurück: In ihr heißt es, dass Eva ein vierblättriges Kleeblatt aus dem Paradies mitgenommen habe und das Paradies bedeutet vollkommenes Glück.

Das erste schriftliche Zeugnis, das Glück und ein vierblättriges Kleeblatt in eins setzt, ist John Meltons "Astrologaster". Darin macht sich der Dichter über diesen Aberglauben mit den Worten lustig: "If a man walking in the fields find any four-leaved grass, he shall in a small while after find some good thing."

Übrigens hat man auf dem Hintergrund der Bedeutung des vierblättrigen Klees bald den dreiblättrigen Klee als Verweis auf das Übliche, Normale und Gewöhnliche gesehen.

In der Traumsymbolik

Die Traumsymbolik ist arabisch, europäisch und indisch verschieden. In der arabischen Traumdeutung heißt ein vierblättriges Kleeblatt sehen oder finden, dass der Träumende ein großes Glück vor sich hat. Die europäische Traumdeutung sieht im Kleeblatt die Verheißung von Liebe und Trost; wenn junge Menschen im Traum ein Kleeblatt sehen, soll das eine glückliche Heirat bedeuten; ansonsten wird im Kleeblatt eine hoffnungsvoll glänzende Zukunft gesehen. Die indische Traumdeutung meint, Klee anzubauen bedeute Glück im Haushalt; wird im Traum Klee gegessen, soll das darauf deuten, dass eine kranke Person im Haushalt wieder gesund wird; ein Kleeblatt zu besitzen will Friede und Wohlstand zu Hause andeuten.

Wird von einem ganzen Kleefeld geträumt, so geht die arabische Traumdeutung davon aus, dass glückliche häusliche Verhältnisse kommen werden. Sieht der Träumende, wie Klee abgemäht oder getrockneter Klee zusammengerecht wird, so soll das darauf hinweisen, dass der Träumer Reichtum gewinnt. Sieht sich ein europäischer Träumer in ein Kleefeld gestellt, wird ihm eine hoffnungsvolle Zukunft vorhergesagt. Sieht der indische Träumer ein schönes Kleefeld, wird er Erfolge auf seinen Geschäftsreisen haben.

Sonstige Deutungen

Bei Freud findet man den Hinweis, dass Klee wegen seiner drei Blätter ein Männlichkeitssymbol sei und für die männliche Genitalität stehe, denn nach westlicher Tradition (z. B. in der Kabbala sei die Drei als ungerade eine genuin männliche Zahl und symbolisiere damit die männliche Zeugungskraft.

Klee gilt auch als Liebessymbol. Die deutsche Wikipedia verweist dazu auf Gottfried von Straßburgs Werk "Tristan und Isolde", in dem Isolde bei der Begegnung der Liebenden einen reifenförmigen Kopfschmuck aus Klee trägt. Die mittelalterliche Liebeslyrik hat darüber hinaus den "grünen Klee" zum Ort der Liebesbegegnung gemacht.

Lobt jemand einen anderen "über den grünen Klee", so bedeutet das Lob über Gebühr. "Die vier kunstreichen Brüder" der Gebrüder Grimm lassen den Vater zu seinen Söhnen sprechen: "Ich muss euch über den grünen Klee loben, ihr habt eure Zeit wohl benutzt und was Rechtschaffenes gelernt.“ Möglich, dass diese Bedeutung auf die dichterische Poesie des Mittelalters zurückgeht, die später übertrieben erschien und als grotesk empfunden wurde. Ursprünglich bedeutete das Wort nur, jemandem eine große Lebenskraft, Vitalität zuzusprechen.

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