Landkarte

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die kartographische Karte oder Landkarte wird in diesem Symbole-Wiki deshalb behandelt, weil Karten schon immer eine Fundgrube für Zeichen waren. Durch den wissenschaftlichen und technischen Fortschritt wurde ihr graphischer Code immer abstrakter und genauer, was man sehen kann, wenn man mittelalterliche neben moderne Landkarten legt. Weil Landkarten einen komplexen Zeichencode aufweisen, können sie nicht nur betrachtet, sondern auch gelesen werden.

Dass eine Landkarte zunächst als Bild zu betrachten ist, zeigen alte Landkarten. In ihnen meint man etwa Flüsse oder Städte, Berge oder Ebenen wiederzuerkennen. Als Bild ist eine Landkarte zunächst also eine Illustration und weist Symbole auf. Auch jemand, der eine Karte nicht lesen kann, sieht in einer frühen Karte ein Abbild einer Welt. Und diese Welt war beschränkt und eine mehr oder weniger realistische Darstellung der Umgebung eines Stammes, des Künstlers, eines Volkes ... Was zur bekannten Lebenswelt des Künstlers gehörte, wurde erkennbar dargestellt. Alles andere erschien als Welt der Mythologie, von Monstern und Fabelwesen bevölkert.

Zwar kann auch jemand etwas in einer Karte wiedererkennen, der keine Erfahrungen im Kartenlesen hat, aber eine Karte wird erst dann einen Wert bekommen, wenn sie gelesen wird, also wenn ihr Zeichencode entziffert wird. Dazu muss man die so genannten Legenden lesen. Ohne diese Legenden wäre es nicht möglich, differenziertere Gegenstände und Bedingungen auf Karten widerzugeben. Die dritte Ebene des Kartenlesens ist dann das Interpretieren der Zeichen. Bei so genannten „stummen“ Karten, also Karten ohne Text, ist das besonders schwierig, letztendlich erschließen nur Worte die Zeichen und ihre Bedeutung.

Geschichte

Im 13. Jahrhundert verlieren Karten die Funktion der rein bildlichen Landschaftsdarstellung mit dem Aufkommen der Seekarten. Sie sind nämlich nicht mehr nur künstlerisch zu verstehen, sondern erfüllen einen bestimmten Zweck für die Seefahrt. Es wird jetzt Wert auf Küstenformen, Winde, Reeden, Buchten, Inseln oder Häfen gelegt. Die Karten sind mit einem Liniennetz überzogen, das von einer Windrose ausgeht. Die Winde sind symbolisch dargestellt. Fahnen oder Wappen stehen für Häfen oder Städte. Auch Entdeckerrouten werden nach und nach auf den Karten verzeichnet. Manche Kartographen benutzen Geheimzeichen, um die Informationen der Karten nur für bestimmte Empfänger lesbar zu machen. Das gilt natürlich auch für militärische Karten, die im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges in Europa aufkommen. Symbole auf diesen Karten stehen z. B. für die Winde. Wappen, Bilder und Fahnen stehen für Orte, Routen, Gebäude oder Häfen.

Im 16. und 17. Jahrhundert entwickeln die Holländer und Flamen eine neue Kartentechnik: die Triangulation. Mit ihr gelingt es, die Größenverhältnisse der Kontinente nicht allzu sehr zu verzerren. Die berühmte Mercator-Karte arbeitet mit dieser neuen Technik.

Ebenfalls im 17. Jahrhundert wird deutlich, dass sich die vertikale Perspektive durchsetzt und geometrische durch stilisierte Zeichen abgelöst werden. Das hing mit dem Einzug mathematischer Methoden in die Alltagswirklichkeit zusammen.

1720 entwickelt der Franzose Jacques Cassini die erste Karte, die ohne dekorative Elemente auskommt. Es ist die erste topographische Karte Frankreichs. Ihre ausdrucksstarken Zeichen stellen Bäume, Heide, Moor, Sand und Verkehrswege dar. Allerdings fehlen auf ihr noch die Höhenangaben des Geländes. Um ein Gebirge darzustellen, verwendete er zum ersten Mal Schraffuren bei Böschungen gewischte Flächen und die so genannte Kavaliersperspektive, um hohe Berge anzudeuten. Auch war die Karte die erste, die sich auf die geodätische Triangulation stützte.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bemühten sich Kartographen, neue Zeichen zu entwickeln.

1802 kommt eine Kommission zur Vereinheitlichung von Karten wieder ein Stück weiter. Sie legt fest, dass alle Höhenangaben in Karten in Beziehung zum Meeresspiegel gesetzt werden müssen.

Als man 1881 die erste Übersichtskarte Frankreichs im Maßstab 1:8000 entwirft, wird festgelegt, dass ein Anstieg durch gebogene Linien dargestellt wird: Je enger sie nebeneinander verlaufen, desto steiler ist der Anstieg eines Berges an dieser Stelle, was zu einer dreidimensionalen Ansicht führt.

Moderne Karten haben ein reichhaltiges und kreatives Arsenal von neuen Zeichen geschaffen.

Details

Legende

Unter Legende versteht man bei Landkarten ein meist schmales Rechteck, das gewöhnlich in einer Landkartenecke liegt und in dem die meisten auf einer Karte verwendeten Zeichen dargestellt sind. Sie ist einer der wichtigsten Landkartenteile. Oft gibt es von Land zu Land leichte Abweichungen bei den Zeichen, die verwendet werden.

In der Legende von modernen Karten nehmen die Zeichen für Verkehrswege die erste und wichtigste Stelle ein. Auch wenn neue Zeichen für bestimmte Gegebenheiten benutzt werden, sollten sie so gestaltet sein, dass sie nicht doppeldeutig sind, nicht verwechselt werden und leicht eingängig sind. Dafür legt die Forschung in der Semiologie im Bereich der graphischen Zeichen die Grundlagen.

Meist weisen Landkarten so genannte schwache Zeichen auf, die in der Legende in ihrer Bedeutung erschlossen werden.

Ortszeichen in Landkarten waren ursprünglich gegenständlich, wurden dann aber schematisiert. Man vereinheitlichte und abstrahierte natürliche Details, wodurch Bilder aus den Karten verdrängt und durch Zeichen, auf die man sich einigte, ersetzt wurden, wobei manchmal noch eine Ähnlichkeit erhalten blieb.

Wie ist eine Legende angelegt? Für die Zeichen auf einer Karte gibt es genaue topographische Richtlinien. Die wichtigste besagt, dass ein Zeichen genau an dem Punkt auf der Karte sein muss, der nach dem verwendeten Messverfahren mit dem Objekt im Gelände übereinstimmt. Auf der Karte sind die Zeichen über die Flächenkoordinaten einfach verteilt, in der Legende sind sie tabellarisch mitsamt ihrer Bedeutung geordnet. Zwar will man keine Hierarchie der Zeichen in einer Legende, doch durch die spaltenweise Anordnung ergibt sich "unterschwellig" eine solche Hierarchisierung. Man ordnet eine Legende in Absätzen, Unterabsätzen, Titeln und Untertiteln, eine Ordnung, die natürlich nicht der Ordnung in der Karte entspricht. Dadurch fügt die Legende der Karte eine zusätzliche Grammatik hinzu.

Kartenarten

Topographische Karten

Topographische Karten zeigen ein exaktes, vollständiges und objektives Bild einer Landschaft und der Aufteilung der Flächen.

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