Das Kreuz ist eine Kreuzung zweier Linien, einer stehenden und einer liegenden. Die stehende Linie vereinigt oben und unten, die untere und die obere Welt, die waagrechte Linie steht für die Erdoberfläche oder den Wasserspiegel. So gesehen ist das Kreuz ein Symbol für die materielle Welt, die Weltwirklichkeit, die Dimensionen im Raum. So konnte das Kreuz schon seit Urzeiten als Symbol für das Leiden gesehen werden, denn die Wirklichkeit der Welt, die nicht angenommen wird, ist Ursache für Leiden. Dass deshalb des Kreuz zu einem Folterinstrument wurde, überrascht nicht.

Im Christentum wurde das Kreuz zu einer Art Lebensbaum, indem an den Stamm eines Kreuzes von Künstlern Blumen- oder Blättermotive angebracht wurden. Damit sollte das ursprüngliche Symbol für das Leiden zu einem Symbol der Verjüngung, des neuen Wachstums, der Auferstehung Christi verwandelt werden.

Rosenkreuzer

Die Bruderschaft der im 17. Jahrhundert entstandenen Rosenkreuzer verwendeten ein von Rosen umwundenes Kreuz als Sinnbild. Manche wollten in dem Rosenkreuz ein Symbol der Weisheit verstanden wissen, das der Gründer der Rosenkreuzer aus dem Orient mitbrachte. Leute, die meinten, die Rosenkreuzer seien Adepten der Alchemie, glaubten im Rosenkreuz einen Hinweis auf geheime Fähigkeiten der Rosenkreuzer zu sehen, aus so genannter "niederer Materie" Gold machen zu können.

Das Kreuz in Verbindung mit der Rose (meist fünfblättrig) ist Symbol der Auferstehung und der Freude. Finden sich drei Rosen oben am Kreuz und vier unten, soll das die Verbindung zwischen der geistigen, himmlischen oder göttlichen Welt mit der irdischen und sterblichen Welt anzeigen.

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Kreuzformen

Andreaskreuz

Das Andreaskreuz ist X-förmig und steht symbolisch für Christus. Es ist ein griechisches Kreuz, das schief im Katharinenrad steht und es damit in vier Viertel unterteilt.

Die Gnostiker sahen im Andreaskreuz den Wechsel der Elemente angezeigt. Es kann ihnen aber auch eine erreichte Stufe geistiger Erkenntnis symbolisieren. Auf dieser Stufe erkennt der Mensch die Vergänglichkeit des menschlichen Körpers, gleichzeitig aber auch die Unsterblichkeit des Geistes.