Allgemeines

Antike

In der europäischen Antike sah man die Rose als Blume der Venus und sie stand damit für die Liebe, die Schönheit und die glücklichste Zeit des Jahres und des Tages. Die Göttin der Morgenröte Eos wurde deshalb als die rosenfingrige bezeichnet. Früh stand die Rose nicht nur für die Liebe unter Menschen, sondern auch für die Liebe des Menschen zu Gott.

Islam

Die mystisch-erotischen Richtungen des Islams erkannten in der Rose ein Symbol mit kosmischer Kraft und betrachteten die volle Rose als Sonne und ihre Blätter stellten sie Monden gleich. Der iranische Dichter Hafis sah in Rosen ein Zeichen dafür, dass die Welt für die Liebe geschaffen ist. In ähnlichem Sinn sah man im Iran die Nachtigall. Der Dichter Mewlana Dschellaledin Rumi konnte deshalb schreiben: "Wenn der Frühling entflohen und die Rosenzeit vorüber ist, hört man die Nachtigall nicht mehr kosen."

Christentum

Mit dem hohen Mittelalter wird auch im christlichen Europa die romantische Liebe in Form der Minne wiederentdeckt. Die eheliche Liebe wird von dieser romantischen Liebe strikt getrennt. Schon im 11. Jahrhundert glaubt man, dass es wahre Liebe nur außerhalb der Ehe geben könne. Voraussetzung für diese romantische Liebe in der Minne war jedoch die sexuelle Enthaltsamkeit, so dass man nicht in Konflikt kam mit den christlichen Moralvorstellungen. Der "Roman de la Rose" (1230 - 1240) von Guillaume de Lorris macht die Suche nach einer Rose zum Symbol für diese romantische Liebe zu einer Frau. Der Minnesang macht die Sinnlichkeit in der Gesellschaft und Kunst wieder heimisch.

In der christlichen Mystik des Mittelalters, im Volkslied, auf Gemälden und in Legenden taucht Maria, die Mutter Gottes, im Rosengarten, im Rosenhag oder Rosental auf.


Details

Der so genannte "Fürst der Welt" hält im Freiburger Münster in seiner rechten Hand eine Rose, was nach den Gnostikern zeigt, dass er im Begriff steht, eine höhere Stufe seines Bewusstseins anzugehen. Mit erhobenem Haupt blickt er auf fünf törichte Jungfrauen und teilt ihnen so mit, dass er sich aus dem Sinnenreich und der Welt animalischer Kräfte erhebt. Im Freiburger Skulpturenzyklus stehen die heilige Margareta und die heilige Katharina vor dem Fürsten der Welt, was andeuten soll, dass nun auch er in ihren Kreis ver Vollendeten aufgenommen wird.