Vielfältige Sinnbezüge von Symbolen

Jeden Tag begegnen uns Symbole. Besonders in der Kunst, der Religion, der Mythologie und der Literatur. Nicht immer verstehen wir ihren Sinn. Gerade wenn sie in historischen Zusammenhängen stehen. Verwirrend ist darüber hinaus die Tatsache, dass Symbole selten einen eindeutigen Sinnbezug haben. Im Gegenteil kann ein Symbol mehrere Bedeutungen haben, die ambivalent, ja widersprüchlich sind. Das hängt mit der viel freieren, assoziativeren Denkweise früherer Zeiten zusammen, aus denen die Bedeutung herrührt. Das beste Beispiel dafür ist der Löwe, der in religiöser Deutung nicht nur positiv für Christus, sondern negativ auch für den Teufel stehen kann. Mit dieser Widersprüchlichkeit hatten die Menschen im Mittelalter oder der Frühen Neuzeit kein Problem, während wir die vom naturwissenschaftlich-exakten Denken geprägte Eindeutigkeit bevorzugen. Wer sich auf Sinnbilder und Symbole einlassen will, ist auf Quellen, schriftliche Dokumente angewiesen, die Bedeutungen und Sinnbezüge aus unterschiedlichen Kontexten erklären.

Stellenwert der Symbolik

Die Symbolik erlebte im Lauf der Geschichte ein Auf und Nieder. Das Mittelalter war durchgehend von der Religion geprägt. Hier kam es nicht auf einzelne Symbole an. Alles war symbolisch und stand in einem Bezug zum Göttlichen. Der transzendente Sinnzusammenhang war lebensimmanent, alles verwies auf eine andere, überweltliche Sphäre. Das änderte sich im 15. und 16. Jahrhundert in Europa und Amerika. Jetzt verbreitete sich eine auf Einzelmotive focussierende Symbolik, die zwar transzendent sein konnte, aber oft weltimmanent blieb.

Heute interessieren wir uns wieder stärker für Symbole, weil unser Leben so komplex geworden ist, dass wir ohne Symbole unseren Alltag nur schwer bewältigen könnten. Das bedeutet für viele Symbole weitere Ausdifferenzierungen und wo das nicht reicht, die Kreation neuer Symbole, weil nur so neue Sinnbezüge hergestellt werden können.

Gestreift: Ikonographie

Auch häufig verwendete ikonographische Begriffe sind aufgenommen, obwohl sie nicht als Attribut oder Symbol anzusehen sind. Das hilft, das Umfeld der Religionen auszuleuchten.